TS: Peter, sag uns wie began deine Kariere als Tattoo Künstler?

PZ: Tattoos haben mich schon immer fasziniert . Ich habe mir meine erste Tätowierung mit 16 Jahren selber von Hand gestochen, die Qualität war natürlich sehr mäßig. Seit dieser Zeit hatte ich den Wunsch professionell zu tätowieren.

TS: Hat der Fall der Berliner Mauer auch ein Einfluss auf die Tattoo Szene im Berlin gehabt?

PS: In den ehemaligen DDR gab es keine Tätowierstudios, es wurde fast nur im Gefängnis tätowiert. Aber es gab natürlich viele junge Leute die an Tattoos interessiert waren. Diese kamen in die wenigen Tätowierstudios die es in West-Berlin gab, dort mussten sie aber oft viele Monate auf einen Termin warten.

Natürlich dauerte es nicht lange bis die ersten Studios in Ost Berlin ( und in der ehemaligen DDR ) öffneten. Heute gibt es im Ostteil der Stadt mehr Studios als im Westteil. Das liegt natürlich auch daran das sich „Szene“ Bezirke wie Friedrichshain und Prenzlauerberg im Osten befinden.

Der Fall des „Eisernen Vorhangs“ ermöglichte auch vielen begabten Zeichnern und Künstlern aus Ost Europa sich als Tätowierer zu versuchen. Auch heute noch kommen immer wieder große Talente aus dem Osten Europas, die ihre Ausbildung an Kunsthochschulen erhielten und nun das Gelernte in phantastischen realistischen Tattoos umsetzen.

TS: Du hast als Tattoo Künstler weit weg im Thailand gearbeitet. Wie wir denken können, hattest du Kunden aus der ganzen Welt. Hat Ihre Nationalität, Kultur einen wesentlichen Einfluss auf die Wahl des Tattoos gehabt? Haben die Europäer und Amerikaner unterschiedliche Ideen über Tätowieren wie Asiaten?

PZ: Natürlich waren Asiaten vor 20 Jahren fast ausschließlich an asiatischen Motiven interessiert. Drachen ,Tiger, und natürlich die Tätowierungen die in Tempeln von Mönchen gestochen wurden, wie Glücks-Formeln und Mantras. Diese Tattoos sind sehr verbreitet und haben in der breiten Bevölkerung auch eine hohe Akzeptanz.

Es ist schon immer so gewesen, dass wir aus der westlichen Welt an Motiven aus anderen Kulturkreisen interessiert waren, z.B. Tribals, Japan/ Asia /Indianer Motive. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich eine größere Anzahl von Japanern einen bayrischen Kerl in Lederhosen tätowieren lassen…

TS: Denkst du, dass der Tattoogeschäft globalisiert wird oder meinst du , dass noch einige regionale Diferenzen bestehen?

PZ: Die Globalisierung findet natürlich auch im Tattoogeschäft statt… Ich sehe mir bei Facebook die neusten Bilder eines Künstlers aus Amerika an. Somit gibt es einen globalen Ideenaustausch.

Der Unterschied findet in den sozialen Schichten statt,  ein Hipster in Amerika lässt sich ähnliche Tattoos stechen wie ein Hipster in Europa, und ein „Gangster“  in Frankreich wählt ähnliche Motive wie sein Kollege in Los Angeles.

TS: In einer Welt wo die Prominente, Athlete, Hipsters, Rappers und Biker alle ein Tattoo haben, was glaubst du bedeutet ein Tattoo zu haben. Welchen Platz haben die Tattoos in der heutigen Kultur?

PZ: Eine Tätowierung bedeutet immer noch das sich der Träger von der normalen spießigen Gesellschaft abgrenzen will.
Tattoos sind heute ein modisches Beiwerk geworden, das von vielen genutzt wird um auf ihre Individualität hinzuweisen.
Was gut ist für die vielen Tätowierer, die ja davon leben.

TS: Kannst du dein Prozess , wie du für deinen Kunden das Desing vorbereitest, beschreiben?

PZ: Zuerst müssen wir darüber reden, dann sehe ich mir das Reverenzmaterial an das die Kunden mitbringen, danach nehme ich mir den für den Tattoo bestimmten Hautteil vor , eventuell mache ich eine grobe Skizze auf dem Arm. Die Entwürfe die daraufhin entstehen überarbeite ich so lange bis ich damit zufrieden bin und ich eine Reinzeichnung erstellt habe, von der ein Stencil angefertigt werden kann

TS: Gibt es eine Art der Tätowierungen oder Kunden die du besonders bevorzugst?

PZ: Ich mag Kunden die mir auch Freiheiten lassen und mir Vertrauen entgegen bringen. Mit Kontrollfreaks, die Einfluss auf jede Kleinigkeit nehmen wollen, komme ich nicht so gut klar.
Aber ich habe fast nur nette Kunden und viele sind im laufe der Zeit zu guten Freunden geworden.

TS: Was würdest du den Leuten da draußen, die sich ein Tattoo stichen möchten,empfehlen? Sollen sie darüber sehr nachdenken oder sollen sie sich dem Gefühl lassen?

PZ: Leute die zu viel über eine Tätowierung nachdenken, sollten es besser sein lassen. Der Wunsch sich tätowieren zu lassen sollte aus dem Herzen kommen und nicht aus dem Kopf.

TS: Wie wichtich ist für dich die Tattoo Nachsorge und wie wichtig meinst du soll sie für die Kunden sein?

PZ: Der Tätowierer tut seinen Teil der Arbeit aber das Tattoo ist noch nicht fertig wenn der Kunde nach Hause geht, es ist erst fertig wenn es abgeheilt ist! Gehst du nicht richtig mit einer frischen Tätowierung um kannst du großen Schaden anrichten, du verhältst dich respektlos gegenüber der Arbeit deines Tätowierers.

TS: Was denkst du über die Tattoo Salbe?

PZ: Meine Frau benutzt TATTOO-SALBE bei ihren frischen Tattoos … was kann ich sonst noch mehr dazu sagen! (vielleicht noch dass… ich benutze Tattoo-Salbe auch!)

TS: Nehne uns einen guten Grund, wieso soll man sich das Tattoo in Berlin machen und nicht irgendwo anders?

PZ: …Ich bin doch da! Spaß bei Seite, jeder Ort in der Welt ist natürlich gut um sich ein Tattoo zu machen/tätowieren zu lassen. Hauptsache Tätowierer und „Kunde“ kommen gut miteinander klar.

Danke dir, Mr. Ziguri